Museums-KATALOG 1973

 Dem Katalog beigelegt fand sich eine handschriftliche Widmung an seinen Mitarbeiter:

Titelseite:
VORWORT
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Der Museumsgedanke in Deutsch-Wagram

Zur 700 Jahrfeier des·Bestandes der Marktgemeinde Deutsch-Wagram im Jahre 1959 ging der jahrzehntelang gehegte Wunsch der Deutsch-Wagramer Bevölkerung nach Errichtung eines Heimatmuseums in Erfüllung.

Schon im Jahre 1859 war der Erbauer der hiesigen Monumentalkapelle im heutigen
Dr. Sahulka-Park, Baron Hugo von Tkalcsevich, von der Idee erfüllt, die Kapelle als Erinnerungsstätte an das Jahr 1809 als eine Art Museum einzurichten. Von dieser bescheidenen Sammlung blieb nach 1945 kaum etwas übrig.

Einen neuen Auftrieb bekam der Museumsgedanke, als im Jahre 1929 Deutsch-Wagram zur Marktgemeinde erhoben wurde. Damals wurde unter OSR Karl Wiesinger eine historische Ausstellung mit den verschiedensten Leihgaben durchgeführt. Mangels einer passenden Räumlichkeit zerstob das mühsam Zusammengetragene wieder in alle Winde.

Als 1931 das im Jahre der Markterhebung von Deutsch­ Wagram errichtete Kindergartengebäude noch immer nicht benützt wurde, glaubte man einer Museumsgründung wieder näher
zu sein.

Erst der vierte Versuch unter Prof. Otto Schilder im Jahre 1959 war von Erfolg gekrönt.
Den Anstoß dazu gab die Erstellung des Deutsch-Wagramer Heimatbuches, die "Geschichte der Marktgemeinde Deutsch-Wagram" .Bei der archivalischen Arbeit stieß Prof. Otto Schilder auf manche Urkunde, von der er sich sagte, daß sie wert sei, der breiten Öffentlichkeit gezeigt zu werden.

Die Renaissance des Museumsgedankens fand die tatkräftige Unterstützung des damaligen Bürgermeisters Karl Stibernitz und der jederzeit für kulturelle Belange aufgeschlossenen
Gemeindevertretung.

Für Museumszwecke wurde das ehemalige Rettungsgebäude adaptiert. Obwohl sich die Sammlungstätigkeit bewußt auf die Ereignisse von 1809(Napoleonische Zeit) und 1837 (Pionierzeit der dampfbetriebenen Eisenbahn) erstreckt, leidet dieses Spezialmuseum von Haus aus an Raumnot. Der Landeskonservator von Niederösterreich, Prof. Dr. Franz Eppel, nennt es in einem seiner Bücher "ein kleines, aber einzigartiges Museum."

Vom Heimatmuseum nahmen die "Geschichte in Stein"(die Ausschmückung der Marktgemeinde Deutsch-Wagram mit Sgraffiti und Gedenktafeln) und die Schlachtfeldsignierung 1809 (22 Gedenkstätten in 16 Gemeinden, 1960 durchgeführt) ihren Ausgang. Dieser "verlängerte Arm des Heimatmuseums" setzte zahlreiche Mäcenaten voraus, ohne die die Initiativen des Prof. Schilder nicht Wirklichkeit geworden wären.

Mit diesen kulturellen Arbeiten (Museum, Ortsausschmückung, Schlachtfeldsignierung) wurde in der Ortsgeschichte der Marktgemeinde Deutsch-Wagram ein neues Blatt aufgeschlagen.
Hinter diesen Werken steht eine geschichtlich interessierte Gemeindeverwaltung und Bevölkerung. Hier dokumentiert sieb eine Geisteshaltung, die weit über den Alltag mit seinen kleinlichen Auseinandersetzungen steht.·Kultur hat noch immer Menschen zusammengeführt.

Einstimmig war der Beschluß der Deutsch-Wagramer Gemeindevertretung am 18. September 1958, ein Heimatmuseum zu gründen und zu fördern. Auch das Kulturreferat der NÖ. Landesregierung, das Bundesdenkmalamt und das Bundesministerium· für Wissenschaft und Forschung zeigen sich jederzeit für die Deutsch-Wagramer Museumsbelange aufgeschlossen.

14 Jahre sind seit der Eröffnung des Heimatmuseums Deutsch­Wagram vergangen. Tausende und Abertausende Besucher aus aller Welt haben diese Traditionsstätte besucht.

Und 14 Jahre erscheinen die "Kulturnachrichten der Marktgemeinde Deutsch-Wagram", um die Museumsfreunde mit Spezialartikeln über die Themenkreise 1809 und 1837 und dem kulturellen Geschehen in der Marktgemeinde zu informieren. Und zum ersten Male werden in dem vorliegenden Museumskatalog die gezeigten Exponate beschrieben und erläutert, um nötigenfalls eine Selbstführung zu ermöglichen.

Prof. Otto Schilder
Leiter des Heimatmuseums

Deutsch-Wagram, im Feber 1973


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Zur Benützung des Museumskataloges:

 

Das Heimatmuseum Deutsch-Wagram verfügt über drei Räume:

a) Vorraum

b) 1809er-Zimmer

c) Eisenbahnzimmer (1837)

 

In jedem Raum beginnt die Aufzählung und Beschreibung der Exponate mit Nummer 1 ff.

Die Ausstellungsstücke der einzelnen Räume sind auf verschiedenfärbigem Papier aufgezeichnet:

 

a) Vorraum in Weiß

b) l809er-Zimmer in Rosa

c) Eisenbahnzimmer (1837) in Gelb.

 

Um schonende Behandlung des Kataloges wird gebeten!

 

Die Museumsleitung

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