01 Juli 2021

5. und 6.Juli 1809 - Die Schlacht bei Wagram

Nachdem Napoleon nach seiner Niederlage bei Aspern beträchtliche Truppenverstärkungen herangezogen hatte, vermochte er am 5./6. Juli 1809 die Österreicher in der Schlacht bei Deutsch-Wagram trotz erbitterten Widerstands zu schlagen.
Die Schlacht wurde auf dem Marchfeld in der Ebene zwischen der Donauauenregion Lobau und der niederösterreichischen Ortschaft Deutsch-Wagram geführt.

114.500 Mann Infanterie, 14.600 Kavalleristen und 410 Geschützen der Franzosen und Verbündeten standen 121.500 Mann Infanterie, 14.700 Kavalleristen und 446 Geschütze der Österreicher gegenüber.
Wagram war die erste Schlacht, in der es Napoleon nicht gelang, bei einem Sieg nur wenige Verluste zu verzeichnen.
Die Verluste der Franzosen beliefen sich auf 34.000, was die von 24.000 Mann bei der verlorenen Schlacht von Aspern-Eßling einige Wochen zuvor noch übertraf.  
Der aus Westungarn herbeieilende Erzherzog Johann kam infolge eines unglücklichen Gefechts bei Raab zur kriegsentscheidenden Schlacht zu spät.
Erzherzog Carl schloss nach einem weiteren kurzen Gefecht bei
Znaim mit den Franzosen einen Waffenstillstand und wurde daraufhin von Franz I. vom Oberbefehl entlassen.

Am 14. Oktober 1809 wurde der Friede von Schönbrunn unterzeichnet, der Österreich große Gebietsverluste brachte. Abgetreten werden mussten neben einer enormen finanziellen Entschädigung das maritime Kroatien, die Häfen von Fiume, Istrien und Triest sowie Kärnten.
Das Großherzogtum Warschau (Frankreichs Verbündeter) hat Lublin und Krakau wieder inkorporiert. Insgesamt verlor Österreich  3,5 Millionen Einwohner.
Im ehemaligen Hauptquartier von Erzherzog Karl ist heute unser Napoleonmuseum eingerichtet; das Schlachtfeld wurde 1959 mit 22 Gedenkstätten in 16 Orten markiert.

Details zur Schlacht siehe auch LINK                 Video vom historischen Schlachtfeld


28 Juni 2021

212 Jahre Schlacht bei Wagram - Gedenkgottesdienst

Am 2. Juli 2021 findet ein Gedenkgottesdienst bei der Kapelle im Sahulkapark statt.   
Beginn 18:30 Uhr 
Anschließend Kranzniederlegung beim Denkmal in der Sachsenklemme.  
In diesem Jahr gibt es leider keine AGAPE im Museumsgarten!



Am 5./6. Juli 1809 fand die 
Schlacht bei Wagram statt und nach der Niederlage Napoleons bei Aspern und der gewonnenen Schlacht von Wagram begann der Niedergang Napoleons. 
Der Russlandfeldzug tat noch ein Übriges dazu, jedoch ... ohne Aspern und Wagram hätte es nie eine  Völkerschlacht von Leipzig und nie ein Waterloo gegeben ....

Wir gedenken in Ehrfurcht der 13.000 Toten auf unseren Schlachtfeldern!

20 Mai 2021

21. Mai 1809 ERSTE Niederlage Napoleons bei Aspern

Im Krieg von 1809 versuchte Österreich mit seinem reformierten Heer seine alte Machtstellung, die es nach dem Frieden von Preßburg (26. Dezember 1805) verloren hatte, wiederzugewinnen.
Erzherzog Carl kommandierte als Generalissimus die Angriffstruppen in Süddeutschland.
Er wurde aber von den Franzosen am 20. April bei
Abensberg und am 22. April bei Eggmühl geschlagen, darauf musste er seine umfassten Stellungen bei Regensburg aufgeben und an der Donau zurückgehen.
Der siegreiche Napoleon Bonaparte konnte am 19. Mai Wien besetzen.

Erzherzog Carl - der Löwe von Aspern - konnte ihn aber am 21./22. Mai beim Donauübergang in der Schlacht bei Aspern zurückschlagen.  
Diese Schlacht gilt als erste Niederlage Napoleons auf dem Schlachtfeld.

Kurz darauf unterlag Carl am 5./6. Juli 1809 jedoch in der Schlacht bei Wagram, er schloss mit Napoleon eigenmächtig den Waffenstillstand von Znaim, wofür er von Franz I. am 23. Juli suspendiert wurde.
Carl befasste sich künftig mit seinen Memoiren und wurde einer der bedeutendsten Militärschriftsteller des 19. Jahrhunderts.
Ab 1815 war Carl Gouverneur der Festung Mainz.
Diese Stadt liebte er, da er dort seine spätere Gattin, die Prinzessin
Henriette von Nassau-Weilburg kennengelernt hatte.

 

Museumsfrühling in Deutsch-Wagram

      

Wir freuen uns, unser Museum wieder für Sie öffnen zu dürfen und laden Sie herzlich zur Wiedereröffnung im Museumsfrühling 2021 ein! 
Besuchen auch Sie uns ab 29. / 30. Mai im Museum der Schlacht bei Wagram 1809. 
Dieses älteste Haus von Deutsch-Wagram diente in der Zeit zwischen der Schlacht bei Aspern und der Schlacht bei Wagram dem österreichischen Generalissimus Erzherzog Carl als Hauptquartier.
                                                     Weitere Informationen finden Sie HIER 



02 Mai 2021

Vor 200 Jahren starb Napoleon Bonaparte

Am 5. Mai 1821
starb der wohl mächtigste Mann Europas 
auf der südatlantischen Insel St. Helena.
Napoleon ist nur 51 Jahre alt geworden, Todesursache war vermutlich Magenkrebs. 
In unserem Napoleonmuseum finden Sie auch eine Totenmaske des einstigen Kaisers der Franzosen.
Die Meinungen über seine Bedeutung sind geteilt:
Einerseits betrachten ihn viele als den größten Feldherrn und Staatsmann seiner Zeit, andererseits halten ihn auch viele für einen gnadenlosen Despoten, der Hunderttausende Menschenleben auf dem Gewissen hat; beide Seiten haben wohl gute Argumente. 
Der Wiener Historiker Karl Vocelka meint Napoleon war zweifellos einer der größten Feldherren der Militärgeschichte. Er hat fast alle seine Schlachten gewonnen, doch sie haben viele Menschenopfer gefordert. Auf der anderen Seite hat er die Französische Revolution überwunden, aber auch viele der Inhalte integriert, die Fortschritte gebracht haben - auch in den Ländern, die er erobert hat. Auch wenn er eine exzessive Expansionspolitik betrieben hat, ist seine Zeit mit der des Dritten Reichs nicht vergleichbar, da Napoleon die Zivilbevölkerung weitgehend verschont hat.
Geboren 1769 auf der Insel Korsika als Sohn eines Juristen, verdankt Napoleon der Französischen Revolution seinen steilen Aufstieg in der Armee.
Mit 24 Jahren wird er Brigadegeneral und erhält 1795 den Oberbefehl über die Armee. 
Im Alter von 27 Jahren verliebt er sich in die Witwe Josephine Beauharnais und die Ehe mit ihr bringt ihm den gewünschten gesellschaftlichen Aufstieg. 
1804 krönt er sich selbst zum Kaiser.
Er unterwirft weite Teile Europas mit großer Brutalität und besetzt auch zweimal Wien – 1805 und 1809.  Ein Messerattentat des Studenten Friedrich Staps während einer Parade in Schönbrunn misslingt 1809 und der Mann wird zum Tod verurteilt und hingerichtet.
Doch der Kaiser der Franzosen braucht einen legitimen Thronfolger und da Josephine keine Kinder mehr bekommen kann, lässt er sich scheiden und heiratet im März 1810 Marie-Louise, die Tochter des österreichischen Erzfeindes, Kaiser Franz I.   1811 wird der ersehnte Thronfolger Napoleon II. geboren, der als Herzog von Reichstadt in Wien bei seinem kaiserlichen Großvater aufwächst, wo er mit 21 Jahren an Tuberkulose stirbt.
1812 scheitert Napoleons Russlandfeldzug und seine „Grande Armee" wird nahezu vollständig vernichtet. 
Der
Zar verbündet sich mit Preußen und Österreich und schlägt den Korsen in der Völkerschlacht bei Leipzig
.
Ein Jahr später erobern seine Feinde Paris und Napoleon muss als Kaiser abdanken.

1814 wird er auf die MittelmeerinseI Elba verbannt und nach seiner gelungenen Flucht herrscht er noch 100 Tage, ehe er nach seiner Niederlage in der Schlacht von Waterloo auf der britischen Insel St. Helena interniert wird und 1821 stirbt.

Seine letzten Worte sind überliefert: 
"à la tête de l'armée" =
= An die Spitze der Armee.

Die Begräbnisstätte Napoleons ist der Invalidendom in Paris. Rund um seinen Sarg sind seine siegreichen Schlachten angeführt - auch die Schlacht bei Wagram



30 April 2021

Die niederösterreichischen Museen, Sammlungen und Ausstellungshäuser dürfen ab Mai wieder öffnen! Dabei gelten nach wie vor die bekannten Auflagen:

  • FFP2-Maskenpflicht 
  • mind. 2 m Abstand
  • 20 m² pro Besucher/in und ein vorhandenes Präventionskonzept 
  • Führungen und Workshops dürfen vorerst nicht abgehalten werden
Das Napoleonmuseum ist ab Sonntag, den 30. Mai jeden Sonntag und Feiertag wieder geöffnet.

26 April 2021

30. April 1847 - Todestag von Erzherzog Carl

Erzherzog Carl, dessen Gedanken bis zum letzten Atemzug dem Heer galten, das er gebildet und zum Sieg geführt hatte, verstarb 76jährig am 30. April 1847 an einer Rippenfellentzündung in Wien mit den Worten: „Seht, da geht wieder ein Soldat zur großen Armee!

Erzherzog Karl hatte während acht Feldzügen in 34 Schlachten gekämpft. In diesen war er durch hunderte Beispiele größten Mutes und persönlicher Aufopferung seinen Soldaten ein Symbol an Hingabe. Er hatte in 17 erfolgreichen Schlachten die berühmtesten französischen Generale, wie Jourdan, Moreau, Masséna und schließlich Napoleon besiegt

Der allgemeinen Bewunderung und Verehrung, die der tapfere Führer des österreichischen Heeres in der ganzen damaligen kaiserlichen Armee genossen hatte, gab Kaiser Ferdinand I. (1793-1875) die große Würdigung, indem er das Standbild des Siegers von Aspern vor der Kaiserburg, an der Seite des Prinzen Eugen von Savoyen, zur Erinnerung an seine großen Taten aufrichtete. Immer an die Entschlüsse und Weisungen des Wiener Kabinetts und des Hofkriegsrates gebunden, hatte Erzherzog Karl doch wahrhaft Großes geleistet.

13 April 2021

Lockdown verlängert!

Die Bundesregierung hat den Lockdown bis 2. Mai verlängert. Das bedeutet für unser Napoleonmuseum, dass wir frühestens ab 9. Mai wieder jeden Sonntag von 10 bis 16 Uhr öffnen können! Bitte noch durchhalten - auch wir freuen uns auf die Wiedereröffnung!!!

31 März 2021

Hochzeit von Napoléon und Marie-Louise


Nach der Stellvertreterhochzeit trat Marie Louise ihre Reise nach Frankreich an. 
Zunächst durfte ihr österreichisches Gefolge sie begleiten, doch als sie die bayrische Grenze erreichte, mussten ihre letzten Vertrauten sie verlassen.
 „Ich versichere Sie bester Papa, dass ich recht traurig bin und mich nicht trösten kann, schrieb sie nach der Übergabe in Braunau an ihren Vater Kaiser Franz I.
Napoleon erwartete seine Braut voll Ungeduld in Compiègne und als sie mit ihrem Tross nach 14 Tagen endlich herannahte, ritt er ihr spontan entgegen.
Er traf die Kolonne beim Pferdewechsel an einer Poststation und stieg kurzerhand in ihre Kutsche ein. Nachdem sie sich vom ersten Schreck erholt hatte, zeigte sich Marie Louise angetan vom guten Aussehen ihres Gemahls. Napoleon beschloss nun, die vorbereitete Ankunftszeremonie ausfallen zu lassen und mit seiner Braut sofort nach Compiègne zu fahren, wo er sie - ganz außer Protokoll - noch in dieser Nacht zu seiner Frau machte. Napoleon wurde seinem Ruf als hervorragender Liebhaber offenbar auch bei Marie Louise gerecht.
Im ersten Brief, den sie nach der vorgezogenen Hochzeitsnacht an ihren Vater schickte, war die Verzweiflung, die sie noch kurz zuvor empfunden hatte, euphorischen Gefühlen gewichen:
Napoleon liebe sie sehr und sie erwidere diese Liebe, schrieb eine sichtlich glückliche junge Frau.
Gekrönt wurde dieses unerwartete Glück 1811 von der Geburt des lang ersehnten Thronfolgers Napoleon Franz  (in Frankreich auch bekannt als „L’Aiglon“ - kleiner Adler - und später von seinem Großvater Kaiser Franz I. zum Herzog von Reichstadt ernannt.

... Erst zwei Tage danach reiste das Paar von Compiègne nach St. Cloud, wo die Ziviltrauung stattfand. 
Von dort ging es am 2. April 1810 bei prachtvollem Wetter in einer Prozession von über 50 Prunkkutschen und 240 Reitern weiter nach Paris.


 

14 März 2021

Großzügige Schenkung der Familie Wimpffen

Auch wenn unser Museum - coronabedingt - lange geschlossen war, gibt es trotzdem interessante Neuigkeiten zu vermelden:

Ein Gemälde von Clara von Wimpffen  
"Berthier und Wimpffen bei Znaim 1809",  
wurde dem Napoleonmuseum von der Familie 
 von Wimpffen großzügig geschenkt.

Direktor Rupert DERBIC freute sich, da
dieses Bild in mehrfacher Hinsicht etwas Besonderes ist:

  • es stammt von der bekannten Malerin Clara von Wimpffen, deren Familie
    Both von Botfalva zum alten ungarischen Adel gehörte. 
  • Neben der schillernden Persönlichkeit der Malerin ist das Gemälde von besonderer Bedeutung: Es zeigt das Treffen der beiden Generalstabschefs Wimpffen und Berthier bei Znaim.  Was hat das mit Deutsch-Wagram und unserem Museum zu tun?
    - Erstens erlangte Österreich durch die Schlacht von Wagram wieder Respekt bei Napoleon, der dieses Treffen erst ermöglichte und
    - zweitens verbindet das Bild die beiden Schwerpunkte -  Napoleon und die französische Armee sowie Erzherzog Carl und die österreichische.
    - Drittens erfolgte kurz nach diesem Treffen  am Nachmittag des 11. Juli 1809 die Verkündung des Waffenstillstandes. Damit endete dieser Konflikt auf dem Schlachtfelde, aber erst der Frieden von Schönbrunn, fast ein halbes Jahr später, sollte unserem Land wieder Frieden bringen.
     
Wir freuen uns schon auf die Eröffnung des Museums (voraussichtlich 11. April), um unseren Besuchern dieses besondere Exponat präsentieren zu können!


10 März 2021

11. März 1810 - Stellvertreterhochzeit in Wien

Da Napoléons 1. Gattin Joséphine keine Kinder mehr bekommen konnte, führten bündnispolitische Überlegungen und das Thronfolgeproblem 1810 dazu, dass Napoléon eine neue Gattin suchte.

Dabei kamen nur drei Kandidatinnen in die nähere Auswahl: eine sächsische Prinzessin, eine Schwester des russischen Zaren Alexanders I. und Marie-Louise,  die Tochter des österreichischen Kaisers Franz I.
Aufgrund des Österreichisch-Französischen Krieges von 1809 gab es zunächst gegenüber Marie-Louise Vorbehalte, doch Napoléon betraute Marschall Louis-Alexandre Berthier mit der offiziellen Überreichung des Heiratsantrages.
Ende 1809 war Berthier vom französischen Kaiser zum Fürsten von Wagram
(!) ernannt worden. Im Februar 1810 brach er nach Wien auf und am 7. März erschien Berthier vor Kaiser Franz I. und bekräftigte in seiner Rede, dass Frankreich eine Aussöhnung mit Österreich suche.
Franz I. stimmte zu und Marie-Louise musste sich hier den Vorstellungen der Dynastie beugen.

Am 11. März 1810 fand in der Wiener Augustinerkirche eine Stellvertreterhochzeit  *) zwischen der achtzehnjährigen Erzherzogin Marie-Louise und Napoléon statt. 
Der nicht anwesende Napoléon ließ sich von Erzherzog Carl  (Onkel der Braut) vertreten, der ihm im Französisch-Österreichischen Krieg von 1809 noch als Gegenspieler gegenübergestanden hatte.

Napoléon selbst hatte ihn in einem Brief vom 25. Februar 1810 für diese Aufgabe ausgewählt und Berthier zu einer Audienz zum Erzherzog geschickt, um seiner Forderung nochmals Nachdruck zu verleihen.

Die österreichische Kaiserin Maria Ludovika begleitete Marie-Louise zum Altar, wo sich „der Erzherzog Prokurator und Marie-Louise gegenseitig die Ringe an die Finger steckten“ - so das Hofprotokoll am darauffolgenden Tag.   Bei der Zeremonie wurden insgesamt zwölf Eheringe geweiht, da am Wiener Hof die Fingerstärke des französischen Kaisers unbekannt war. Die Ringe wurden mit auf die Reise nach Frankreich geschickt und sollten – so sah es das Protokoll vor – von Marie-Louise an Napoléon übergeben werden.

Die kirchliche Hochzeit mit Napoléon fand am 2. April 1810 im Louvre statt.

*)  Eine Trauung per Stellvertreter ist eine Eheschließung,
die formgültig vollzogen wird, obwohl einer der Brautleute
bei der Trauung nicht persönlich zugegen ist.
Ein Stellvertreter des abwesenden Partners gibt dabei
  per procurationem (
kraft Vollmacht) in dessen Namen
und Auftrag das Jawort ab, mit dem die Ehe
zwischen dem abwesenden und dem anwesenden Partner
 als geschlossen gilt.